Gustav Buchholz gießt Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle in Lübeck

„Die gusseiserne Tafel ist eine Ergänzung zur zentralen Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und wurde vom Künstler Erich Lethgau geschaffen. Der Lübecker CSD e.V., der Verein, der die Erweiterung in den Jahren 2014 und 2015 initiiert hatte, dokumentierte die Entstehung von der ersten Skizze bis zur Montage fotografisch. Dabei war der Besuch in der Eisengießerei und Maschinenfabrik Gustav Buchholz GmbH in Vienenburg bei Goslar am 14. Januar 2016 sicher einer der ungewöhnlichsten Termine für die Vertreter des Vereins, denen es ein großer Wunsch war, auch diesen besonderen Moment in der Entstehung miterleben zu dürfen. Dabei waren die Mitarbeiter der Gießerei äußerst kooperativ, erklärten jeden Schritt von der Form bis zum Guss und zeigten dem Fotografen Kevin Hackert die entscheidenden Momente im Entstehungsprozess. „Wir hatten zwar oft den Eindruck im Weg zu stehen, aber nie das Gefühl zu stören.“ beschreibt Christian Till, Vorsitzender des Lübecker CSD e.V., die Dreharbeiten in der Werkhalle. Erst drei Tage nach dem Eisenguss zeigte sich, ob die Arbeit gelungen war, als die Gedenktafel abgekühlt aus ihrer Form befreit wurde. Die Montage fand am 22. Januar 2016 an der Wand des Zeughauses in Lübeck statt. Seit dem beherbergt Lübeck weltweit das 8. Denkmal dieser Art in einem innerstädtischen Bereich. (Text Christian Till) , Foto Kevin Hackert